An einem Infoabend in Gurmels FR über Mobbing zeigte die Mobbing-Expertin Bettina Dénervaud Handlungsmöglichkeiten für Eltern auf. Treffen kann es jeden und jede, betont Bettina Dénervaud: „Es gibt kein typisches Mobbingopfer.“ Die Folgen reichen weit über die Schulzeit hinaus. So fühlen sich viele Betroffene unsicher, wenn sie sich in neuen sozialen Umfeldern zurechtfinden müssen, etwa beim Wechsel eines Arbeitsplatzes.
Von aussen sei Mobbing häufig schwer zu erkennen, erläuterte Bettina Dénervaud. „Einzelne Auseinandersetzungen wirken ohne Kontext wie gewöhnliche Streitigkeiten.“ Verdeckt bleibt Mobbing aber auch deshalb, weil viele Beteiligte kurzfristig profitieren und kein Interesse daran haben, dass dies von Aussenstehenden bemerkt wird. Mitläuferinnen und Mitläufer etwa fühlten sich durch ihre Mittäterschaft sicherer, weil sie glauben, so nicht selbst zur Zielscheibe zu werden. Weil auch Betroffene vielfach schweigen, aus Scham, selbst an den Anfeindungen schuld zu sein oder die Lage durch Aussprachen zu verschlimmern, sei von Eltern eine feine Beobachtungsgabe gefragt, betont die Mobbing-Expertin. Warnzeichen können etwas psychosomatische Beschwerden sein. Auch ein Leistungsabfall in der Schule oder fehlendes Schulmaterial könnten auf Mobbing hindeuten.
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